Du willst eine neue Steckdose setzen lassen. Oder endlich die in die Jahre gekommene Küchenbeleuchtung durch stylische Spots ersetzen. Vielleicht planst du auch ein kleines Homeoffice im Keller und brauchst dafür neue Leitungen. Klingt harmlos? Ist es im Grunde auch. Aber: Kaum etwas ist in Deutschland so stark reguliert wie elektrische Installationen.
Und das völlig zurecht – denn Strom ist kein Spielzeug. Wenn’s falsch gemacht wird, kann’s gefährlich, teuer und im schlimmsten Fall lebensgefährlich werden.
Deshalb klären wir heute: how to get electrical permits for small renovations – also wie du eine Genehmigung für kleine Elektroarbeiten bekommst, was du dabei beachten musst, und warum es sich lohnt, diesen Prozess ernst zu nehmen.
Strom ist unsichtbar – aber nicht unreguliert
Du siehst es nicht, aber es ist überall: Stromleitungen verlaufen durch Wände, Böden, Decken. Und während du vielleicht denkst: Das bisschen Lampe aufhängen kann ich doch selbst, sieht der Gesetzgeber das oft anders. Denn jede Veränderung an der elektrischen Anlage – ob klein oder groß – kann das Gesamtsystem betreffen.
In Deutschland (und vielen anderen Ländern) gilt: Wer an der Hausinstallation arbeitet, braucht nicht nur Know-how, sondern eine Zulassung. In der Regel dürfen das nur eingetragene Elektrofachbetriebe.
Was zählt überhaupt als „kleine“ Renovierung?
Natürlich geht es hier nicht um komplette Neubauten oder das Ziehen eines Hauptanschlusses. Vielmehr sprechen wir von:
- Nachrüsten zusätzlicher Steckdosen oder Lichtschalter
- Verlegen neuer Stromleitungen in einzelnen Räumen
- Anschluss von Geräten mit Starkstrom (z. B. Herd, Sauna, Wallbox)
- Austausch eines Sicherungskastens
- Umbauten in Feuchträumen (Bad, Küche)
- Installation von Außenbeleuchtung oder Gartenstrom
Die Übergänge sind fließend – aber sobald du in bestehende Stromkreise eingreifst oder neue erschaffen willst, brauchst du eine Abnahme. Und manchmal eben auch eine offizielle Genehmigung.
Muss ich für jede Elektroarbeit eine Genehmigung einholen?
Jein.
Kleinigkeiten wie das Wechseln einer Leuchte oder das Anschrauben eines Bewegungsmelders sind genehmigungsfrei – solange du dabei nicht in die elektrische Anlage eingreifst. Alles, was über den bloßen „Gebrauch“ hinausgeht, fällt unter Installationsarbeiten und ist:
- nur von Fachbetrieben durchzuführen
- ggf. meldepflichtig oder genehmigungspflichtig (je nach Umfang & Bundesland)
Und hier wird’s interessant – denn viele Menschen wissen gar nicht, dass auch kleine Umbauten genehmigt sein müssen, wenn sie z. B.:
- zusätzliche Belastung des Netzes verursachen
- Veränderungen am Verteilerkasten erfordern
- außerhalb des Wohnbereichs stattfinden (z. B. Garage, Garten, Nebengebäude)
- öffentlich zugängliche Bereiche betreffen
Also: How to get electrical permits for small renovations – Schritt für Schritt
1. Kläre den Umfang deines Projekts
Bevor du überhaupt an einen Antrag denkst, brauchst du Klarheit:
- Was genau soll gemacht werden?
- Welche Leitungen werden betroffen?
- Welche Leistung (Watt/Ampere) ist nötig?
- Wo befindet sich der Umbau? (innen/außen, Wohnhaus/Nebengebäude)
Am besten: Skizze oder grober Plan anfertigen.
2. Sprich mit einem eingetragenen Elektrofachbetrieb
Ohne Fachbetrieb läuft – juristisch gesehen – nichts. Und das ist gut so. Ein seriöser Elektromeister wird:
- deine Planung bewerten
- dich auf mögliche Probleme hinweisen
- klären, ob eine Genehmigung notwendig ist
- ggf. den Antrag für dich vorbereiten
Wichtig: Achte darauf, dass der Betrieb im Installateurverzeichnis deines Netzbetreibers steht. Nur so darf er an deinem Stromnetz arbeiten.
3. Bei Bedarf: Antrag beim Netzbetreiber oder Bauamt stellen
Je nach Region und Art des Vorhabens gibt es zwei Wege:
- Kleine Maßnahmen (z. B. zusätzliche Steckdosen, Leitungsverlegung): keine extra Genehmigung nötig, aber Fachbetrieb muss die Arbeiten melden und abnehmen.
- Größere Maßnahmen (z. B. Wallbox, neue Zähleranlage, PV-Anlage, Umbau Verteilerkasten): Antrag beim Netzbetreiber oder Bauamt erforderlich.
Der Antrag erfolgt meist online oder per Formular – oft übernimmt der Elektrofachbetrieb diesen Schritt.
4. Warte auf die Genehmigung – ja, auch bei kleinen Dingen
Klingt mühsam, ist aber oft unkomplizierter als gedacht. Meist reichen:
- Projektbeschreibung
- Lageplan/Grundriss
- technische Daten (z. B. Leistung der Geräte)
- Erklärung durch den Fachbetrieb
Die Bearbeitungszeit liegt meist bei 2–4 Wochen – in Einzelfällen schneller. Einige Netzbetreiber bieten Express-Services gegen Aufpreis.
5. Durchführung & Dokumentation
Jetzt darf gearbeitet werden – aber auch nur mit Nachweis:
- Der Fachbetrieb dokumentiert die Ausführung
- Es erfolgt eine Prüfung nach DIN VDE 0100
- Bei Bedarf: Meldung ans Bauamt / Netzbetreiber mit Abschlussbericht
Das ist nicht nur gesetzlich vorgeschrieben – sondern wichtig für dich, falls es mal zu einem Schaden kommt (Stichwort Versicherung).
Was, wenn ich einfach drauflos baue?
Kurz gesagt: Lass es lieber.
Denn wer Elektroarbeiten ohne Genehmigung oder ohne Fachfirma durchführt, riskiert:
- Geldstrafen (je nach Bundesland mehrere Tausend Euro)
- Verlust des Versicherungsschutzes
- Haftung bei Personenschäden
- Ablehnung durch Banken oder Käufer beim Hausverkauf
Außerdem: Bei einem Brand wird immer geprüft, ob die Elektrik ordnungsgemäß war. Ohne Genehmigung? Viel Glück bei der Regulierung.
Fazit: Ein kleiner Antrag für dich – ein großes Stück Sicherheit für alle
Ob es nun der neue Herdanschluss, die Steckdose im Hobbyraum oder die Außenbeleuchtung auf der Terrasse ist: Elektroinstallationen sind kein Ort für Kompromisse. Und ganz ehrlich – willst du wirklich riskieren, dass bei der nächsten Sicherungspanne mehr passiert als nur ein Stromausfall?
Deshalb: Hol dir professionelle Hilfe. Kläre, ob und was genehmigt werden muss. Und geh den offiziellen Weg – auch bei kleinen Projekten. Denn am Ende schützt du damit nicht nur dich. Sondern alle, die in deinem Zuhause leben. Und das ist es wert.
